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Ohrenschmerzen

in Was gibt es Neues 23.11.2010 08:58
von Gisela Kraus • 224 Beiträge

Ohrenschmerzen
Die Ohren zählen zu den Organen, die uns am wenigsten bewusst sind – auch nicht in ihrer Bedeutung für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Erst wenn sie schmerzen oder das Hörvermögen eingeschränkt ist, schenken wir ihnen etwas mehr Aufmerksamkeit. Was man bei Ohrenschmerzen bedenken sollte und was man bei diesen selbst tun kann, das weiß der Experten-Club von Gesunde Medizin

Wenn Ohrenschmerzen auftreten, kann dies ganz unterschiedliche Ursachen haben. So können beispielsweise Verletzungen oder Entzündungen der Grund sein, also Einflüsse von außen, die direkt auf das Ohr wirken. Doch auch das Ohr selbst, mit seinen zahlreichen Bestandteilen wie Ohrmuschel, Trommelfell und Mittelohr, ist oftmals die Ursache für Beschwerden – und damit ein Arztbesuch unumgänglich. Sigrid Wegener aus Göttingen bestätigt das: „Ohrenschmerzen, die nicht als Begleitung von Erkältungen auftreten, sollte man immer ärztlich abklären lassen.“

Daneben können andere Erkrankungen eine Rolle spiele, insbesondere der Zähne oder des Kiefers sowie des Mund- und Rachenraumes. Werner Riester hat das leidvoll erfahren müssen: „Ich hatte wiederholt plötzlich starke Ohrenschmerzen. Mein Arzt riet mir zum Zahnarztbesuch, dort wurde eine Art Kunststoffprothese für den Unterkiefer gefertigt, die ich nachts tragen musste. Nach kurzer Zeit war das Problem gelöst – der Ohrenschmerz war durch nächtliches Zähneknirschen entstanden.“

Einen Arztbesuch befürwortet auch Annette Haas aus Mannheim, „damit durch eventuelle Vereiterung nicht das Trommelfell angegriffen und womöglich perforiert wird.“ Vereiterungen und Entzündungen in den Ohren können sich schnell entwickeln. So gelangt zum Beispiel durch Duschen und Baden, aber vor allem durch Schwimmen Wasser tief in die Ohren. Meistens fließt es von alleine wieder heraus, in manchen Fällen aber auch nicht – das Wasser verbleibt im Innenraum und das feucht-warme Milieu, das sich dann entwickelt, ist ein idealer Nährboden für Bakterien, Viren und Pilze.

Daraus kann leicht eine Entzündung des äußeren Gehörgangs werden, das so genannte swimmers ear. Ursula Weber aus Deisenhofen hilft sich und ihrem kleinen Sohn mit speziellen Ohrenstöpseln: „Wir haben im Sommer nach dem Schwimmen immer die Ohren mit Spezialohrstöpseln aus der Apotheke vom Wasser befreit. Der Schaumstoff saugt das Wasser regelrecht auf und wir hatten den ganzen Sommer über keine Probleme mit den Ohren, so wie in den Jahren davor.“ Wer auf den Reinigungsprozess danach verzichten möchte, kann Ohrschutz aus Silikon beim Schwimmen verwenden, der das Eindringen von Wasser verhindern soll. Wichtig ist dabei, herkömmliche Ohrstöpsel nach jedem Einsatz direkt zu entsorgen oder einen Ohrenschutz zu verwenden, der durch antimikrobielle Zusätze hygienisch und wieder verwendbar bleibt.

Unter Umständen gar eine Verschlechterung erreicht man, wenn die Ohren mit Wattestäbchen zum Zwecke der Trocknung oder Reinigung traktiert werden. Dabei besteht die Gefahr, dass man Krankheitserreger weiter in die Ohrmuschel schiebt, was Entzündungen begünstigt und letztendlich einen Arztbesuch unvermeidbar macht.

Während im Sommer oft die Schwimmbadbesuche für Ohrenschmerzen verantwortlich sind, so sind es im Herbst und Winter eher die Erkältungswellen, die für Beschwerden sorgen. Britta Lischka aus Oberursel bekam diese als Begleiterscheinung einer Nasennebenhöhlenentzündung und „seither trage ich immer eine Kopfbedeckung.“ Warmhalten des Kopfes ist folglich die Devise im Winter, um Erkältungen vorzubeugen – und um mit Erkältungen verbundenen Ohrenschmerzen zu begegnen.

Wärme spenden auch Zwiebelsäckchen, von denen nicht nur Angelika Liedtke überzeugt ist: „Ich hacke eine Zwiebel klein, wickele sie in ein leicht feuchtes Leinentuch, erwärme das Ganze kurz in der Mikrowelle und lege mir dann den Wickel auf das schmerzende Ohr. Dieses Hausmittel eignet sich auch sehr gut bei Kindern.“

Meinung der Leser
Britta Lischka, Oberursel:
„Ich bin äußerst lärmempfindlich und habe mir in einem Fachgeschäft speziellen Gehörschutz aus Silikon anfertigen lassen.“

Sonja Menig, Bad Kreuznach:
„Ich bin 67 Jahre alt und schon als Kind wurde ich gewarnt, Haarnadeln und ähnliches zum Ohrenreinigen zu verwenden. Auch das im Kosmetikbereich beliebte Wattestäbchen eignet sich nicht dafür.“

Sigrid Wegener, Göttingen:
„Es ist sehr wichtig, bei Ohrenschmerzen durch einen Abstrich des Ohres festzustellen, ob es sich um Bakterien oder Pilze als Ursache handelt.“




Expertenmeinungen
Dr. med. Axel Pinkpank, Facharzt für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Chefarzt der Abteilung für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde am Krankenhaus Winsen an der Luhe

Beim Thema Ohrenschmerzen sehen wir HNO-Ärzte eine deutliche Häufung während der Sommermonate. Dies liegt an der in dieser Jahreszeit intensiveren Bade- und Tauchaktivität der Menschen. Durch den vermehrten Wasserkontakt weicht die dünne Gehörgangshaut auf und wird empfindlicher gegenüber Bakterien und Pilzen. Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang auch seltene Erreger wie Zerkarien. Die Larven von Saugwürmern besiedeln üblicherweise heimische Wasservögel. Ist es jedoch zu einer Infektion des Menschen als „Fehlwirt“ gekommen, helfen Naturheilmittel wie Propolis, Apfelessig oder frei verkäufliche Ohrentropfen gegen den lästigen, aber harmlosen Juckreiz. Und noch eine Randbemerkung zur Verwendung von Wattestäbchen oder anderen Gerätschaften zur Reinigung der Ohren: Neben dem grundsätzlich nachteiligen Zurückschieben der Ohrenschmalzpfröpfe bergen sie auch die Gefahr einer Trommelfellverletzung. Im Allgemeinen reinigt sich der Gehörgang von allein und lässt sich im Ausgang ohrmuschelnah durch ein Tuch säubern.

Magazin: Gesunde Medizin


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